Markenporträt Matsui – Sakura & Mizunara
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🗾🥃 Markenporträt Matsui – Sakura, Mizunara & Whisky aus Tottori
Wie japanische Hölzer und die Natur am Berg Daisen den Charakter von Matsui prägen
Japanischer Whisky ist eng mit der Kunst der Fassreifung verbunden. Während Bourbon- und Sherryfässer längst zu den Klassikern gehören, geht Matsui einen besonders japanischen Weg: Neben der seltenen Mizunara-Eiche spielt hier auch Sakura-Holz – das Holz des japanischen Kirschbaums – eine außergewöhnliche Rolle.
Die Whiskys von Matsui entstehen bei Matsui Shuzo in der Präfektur Tottori und verbinden moderne japanische Whisky-Herstellung mit regionalen Einflüssen und ungewöhnlichen Fassarten. Besonders die Sakura-Cask-Abfüllungen zeigen, wie stark ein Fass den Charakter eines Whiskys prägen kann.
Matsui Shuzo – eine Geschichte seit 1910
Die Geschichte von Matsui Shuzo reicht bis ins Jahr 1910 zurück. Heute befindet sich der Hauptsitz des Unternehmens in Kurayoshi in der Präfektur Tottori – einer Region im Westen der japanischen Hauptinsel Honshu, die von Bergen, viel Natur und klarem Wasser geprägt ist.
In der Kurayoshi Distillery entstehen heute verschiedene Whisky-Linien des Hauses. Dabei verbindet Matsui Shuzo traditionelle Erfahrungen in der Herstellung japanischer Spirituosen mit einer vergleichsweise jungen und experimentierfreudigen Whiskyproduktion.
Gerade bei der Fassreifung zeigt sich dieser Ansatz besonders deutlich: Neben klassischen Fassarten setzt Matsui unter anderem auf japanische Mizunara-Eiche und Sakura-Holz.
Die Kurayoshi Distillery – Whisky am Fuße des Daisen
Die Kurayoshi Distillery liegt in der Präfektur Tottori unweit des Berges Daisen. Die Region ist für ihre natürliche Umgebung und ihr hochwertiges Wasser bekannt.
Wasser spielt bei der Whiskyproduktion eine entscheidende Rolle – und bei Matsui wird natürliches Quellwasser vom Daisen verwendet, um ausgewählte Whiskys nach der Reifung auf Trinkstärke einzustellen.
Auch das Klima der Region beeinflusst die Fasslagerung. Die vergleichsweise großen Temperaturunterschiede im Jahresverlauf fördern den Austausch zwischen Whisky und Holz und tragen damit zur Entwicklung der Aromen während der Reifung bei.
Für Matsui sind deshalb nicht nur Destillation und Fassauswahl entscheidend, sondern auch der Ort, an dem der Whisky entsteht.
Sakura – wenn der japanische Kirschbaum zum Whiskyfass wird
Kaum ein Symbol ist so eng mit Japan verbunden wie Sakura – die japanische Kirschblüte.
Jedes Frühjahr zieht die Kirschblüte während der Hanami-Saison Menschen in ganz Japan in Parks, Gärten und entlang von Flussufern. Sakura steht dabei nicht nur für Schönheit, sondern auch für Vergänglichkeit und den Beginn eines neuen Jahresabschnitts.
Bei Matsui begegnet uns Sakura jedoch auf eine ganz andere Weise:
als Holz für die Fassreifung.
Das Besondere daran: Dem Whisky werden natürlich keine Kirschblüten zugesetzt. Der charakteristische Einfluss entsteht ausschließlich durch den Kontakt des Whiskys mit dem Holz des japanischen Kirschbaums.
Sakura-Holz kann dem Whisky feine florale und leicht süßliche Noten verleihen. Bei Matsui treffen diese Aromen auf Malz, Frucht und Holzwürze – und erzeugen einen Stil, der sich deutlich von klassischen Bourbon- oder Sherryfass-Reifungen unterscheidet.
The Matsui Sakura Cask – Sakura im Mittelpunkt
Der The Matsui Sakura Cask ist wahrscheinlich die charakteristischste Abfüllung der Serie.
Der Single Malt reift in Sakura-Fässern aus japanischem Kirschholz. Dadurch verbindet sich der klassische Malzcharakter des Whiskys mit floralen Noten, einer weichen Süße und feiner Würze.
Typisch sind dabei Eindrücke von:
🌸 Kirschblüte und floralen Aromen
🍎 reifer Frucht und gebackenem Apfel
🍦 Vanille und cremiger Süße
🌰 feinen Holz- und Mandelnoten
Das Ergebnis ist kein süßer „Kirsch-Whisky“, sondern ein klassischer Single Malt mit einem ungewöhnlichen japanischen Einfluss durch die Fassreifung.
Sakura Single Cask – ein Fass, ein Charakter
Noch einen Schritt weiter geht der The Matsui Sakura Single Cask.
Während bei vielen Whiskys verschiedene Fässer miteinander vermählt werden, stammt ein Single Cask ausschließlich aus einem einzelnen Fass.
Genau darin liegt der Reiz: Jedes Fass entwickelt sich während der Reifung etwas anders. Holzstruktur, Temperatur, Lagerposition und Reifeverlauf beeinflussen das Ergebnis.
Beim Sakura Single Cask trifft dieser individuelle Fasscharakter auf das ohnehin ungewöhnliche Sakura-Holz. Mit 48 % vol. präsentiert sich der Whisky außerdem kraftvoller und intensiver als der klassische Sakura Cask.
Die floralen Sakura-Noten bleiben erhalten, werden jedoch von kräftigerem Malz, Frucht und Holzwürze begleitet.
Fünf Jahre Sakura – mehr Zeit, mehr Tiefe
Besonders spannend wird Sakura-Holz bei längerer Reifung.
Der The Matsui Sakura Single Cask 5 Jahre verbringt fünf Jahre in einem einzelnen Sakura-Fass. Dadurch erhält das Holz deutlich mehr Zeit, den Charakter des Whiskys zu beeinflussen.
Neben den floralen Sakura-Aromen treten hier tiefere und dunklere Noten hervor:
- Honig und Malz
- Zitrusfrüchte und reifes Obst
- aromatisches Holz
- feine Würze
- dunkle Schokolade
Damit zeigt Matsui sehr schön, wie unterschiedlich sich dasselbe Grundthema interpretieren lässt: vom zugänglichen Sakura Cask über den intensiveren Single Cask bis hin zur komplexeren fünfjährigen Abfüllung.
Mizunara – die zweite typisch japanische Seite von Matsui
Sakura ist jedoch nicht das einzige japanische Holz, das bei Matsui eine besondere Rolle spielt.
Mit dem The Matsui Mizunara Cask widmet sich die Destillerie einem der bekanntesten Hölzer der japanischen Whiskywelt: der Mizunara-Eiche.
Mizunara ist eine in Japan heimische Eichenart und gilt als anspruchsvolles Material für die Fassherstellung. Gleichzeitig kann sie dem Whisky eine außergewöhnliche Aromatik verleihen.
Typische Eindrücke reichen von:
✨ floralen Noten
🌳 aromatischem Holz
🍦 Vanille und Karamell
🌶️ Zimt, Ingwer und feiner Würze
Dadurch entsteht ein anderer Charakter als bei Sakura: weniger von zarter floraler Kirschholz-Aromatik geprägt, dafür würziger, holziger und tiefer.
Sakura und Mizunara zeigen damit zwei sehr unterschiedliche Möglichkeiten, japanisches Holz in der Whiskyreifung einzusetzen.
Mehr als nur der Inhalt – japanische Kunst auf der Flasche
Auch optisch greift Matsui japanische Kultur auf.
Die Gestaltung verschiedener Abfüllungen orientiert sich an klassischen japanischen Ukiyo-e-Motiven. Dadurch verbindet die Serie Whisky, Fassreifung und traditionelle japanische Bildkunst auch äußerlich miteinander.
Gerade bei den Sakura- und Mizunara-Abfüllungen entsteht so eine ungewöhnlich konsequente Verbindung: japanischer Whisky, japanisches Holz und japanische Ästhetik.
Die Flaschen erzählen ihre Geschichte damit bereits, bevor der Whisky überhaupt im Glas ist.
Fassreifung als Philosophie
Die Kurayoshi Distillery beschreibt die Fassreifung selbst als einen zentralen Bestandteil ihrer Whiskyproduktion.
Neben Sakura und Mizunara experimentiert Matsui auch mit anderen Fassarten wie Wein- und Sherryfässern. Dahinter steht die Idee, durch unterschiedliche Hölzer und Nachreifungen verschiedene Geschmacksprofile entstehen zu lassen.
Gerade Sakura zeigt, wie weit diese Idee gehen kann.
Denn während Bourbon-, Sherry- oder Weinfässer ursprünglich für andere Getränke verwendet wurden, steht beim Sakura-Fass das Holz selbst im Mittelpunkt.
Das macht die Sakura-Abfüllungen zu einem besonders spannenden Beispiel dafür, wie japanische Whiskyhersteller traditionelle Symbole ihres Landes auf eine moderne und unerwartete Weise interpretieren können.
Charakteristika & Stilistik
Die Matsui Single Malts zeigen je nach Fass unterschiedliche Profile, einige Merkmale begegnen jedoch immer wieder:
✨ Sakura
- floral und elegant
- weiche Süße
- helle Früchte
- feine Holzwürze
🌳 Mizunara
- aromatisch und würzig
- Vanille und Karamell
- Zimt und Ingwer
- florale und holzige Tiefe
💧 Daisen
- natürliches Quellwasser aus der Region
- wichtiger Bestandteil bei der Einstellung auf Trinkstärke
- enge Verbindung zwischen Whisky und Herkunft
Warum Matsui heute spannend ist
Matsui zeigt eine Seite des japanischen Whiskys, die hervorragend zur modernen Whiskylandschaft Japans passt:
- Whiskyproduktion in der Präfektur Tottori
- Verwendung von natürlichem Quellwasser vom Daisen
- außergewöhnliche Reifungen in Sakura-Holz
- Einsatz japanischer Mizunara-Eiche
- Single-Cask- und länger gereifte Varianten
- Verbindung von Whisky und japanischer Ästhetik
Besonders die Sakura-Abfüllungen verleihen der Marke dabei einen hohen Wiedererkennungswert.
Denn Mizunara ist Whisky-Liebhabern inzwischen durchaus bekannt. Ein Whisky, dessen Charakter gezielt durch das Holz des japanischen Kirschbaums geprägt wird, ist dagegen noch immer etwas Außergewöhnliches.
Fazit: Japan im Fass
Matsui steht für eine moderne Interpretation japanischen Whiskys, bei der das Fass weit mehr ist als nur ein Behälter zur Reifung.
Sakura-Holz bringt florale Eleganz und feine Würze. Mizunara sorgt für aromatische Tiefe und einen unverkennbar japanischen Akzent. Natürliches Quellwasser vom Daisen verbindet die Whiskys zusätzlich mit ihrer Herkunft in Tottori.
Besonders die Sakura-Serie zeigt dabei eindrucksvoll, wie unterschiedlich ein einziges Holz interpretiert werden kann – vom klassischen Sakura Cask über die intensivere Single-Cask-Abfüllung bis zum fünf Jahre gereiften Sakura Single Cask.
Wer Matsui entdeckt, erlebt deshalb nicht nur verschiedene Whiskys, sondern vor allem eines:
wie viel Japan in einem Fass stecken kann.